Drachen wurden vor ungefähr 2800 Jahren in China erfunden, wo die Materialien, die für den Bau eines Drachens notwendig sind, leicht verfügbar waren: Seidentuch für die Segel, feine, starke Schnüre aus Seide, sowie elastischer Bambus, für einen starken leichteren Rahmen.

Alten chinesischen Quellen zufolge, soll der Gebrauch des Drachen zum Messen von Abständen und Prüfen der Windstärke, sowie zur Kommunikation bei militärischen Operationen von Nutzen gewesen sein. Die frühen chinesischen Drachen waren in ihrem Aussehen flach und häufig rechteckig. Sie wurden mit mythologischen Motiven und legendären Abbildungen verziert oder aber mit Pfeifen ausgestattet, um musikalische Töne beim Fliegen zu erzeugen.

Eindeutige Zeichnungen von Drachen erscheinen erstmals in den Niederlanden und in England im 17. Jahrhundert.

1750 veröffentlichte Benjamin Franklin in einen Antrag, sein Vorhaben, durch ein Experiment zu prüfen dass ein Blitz Elektrizität ist. Hierfür schlug er vor, einen Drachen in einen Sturm fliegen zu lassen. Er führte dieses Experiment nie durch. Heutzutage erfüllt das Drachenfliegen kaum noch einen wissenschaftlichen oder militärischen Zweck. Es dient vielmehr der Unterhaltung, dem Basteln und erfährt eine große Beliebtheit, wie man den daraus entstandenen Spielarten entnehmen kann.



So kennt man heute das sogenannte Kitesurfen, Kiteboarden, Snowkiting, Buggikiting, Kitesailing und Kitelandboarding um nur ein paar wenige zu nennen. Kitesurfing oder Kiteboarding, eine noch junge Sportart, ausführbar bei allen Wetterlagen -egal ob mit Gummistiefel oder Barfuß, macht sich den Wind zu Nutze, um einen Fahrer auf einem Board, mithilfe eines Drachens über das Wasser zu ziehen.

Snowkiting hingegen kann man besonders gut im schweizerischen Engadin. Hierfür lässt sich der Sportler, bei einer Geschwindigkeit von bis zu 108 km/h, von einem geeigneten Zugdrachen, auf Ski oder Snowboard über den Schnee ziehen.



Eine andere Variante, die man vor allen Dingen im Binnenland und an Stränden beobachten kann, ist das Buggykiting. Hierbei sitzt der Sportler auf einem dreirädrigen Buggy, der von einem zwei- oder vierleiniger Mattendrachen gezogen wird. Egal welche Variante man wählt, der Wind wird immer zum Zugtier gemacht und verspricht viel Spaß und Geschwindigkeit in fast jedem erdenklichen Gelände.